8.3.06

Homeplus

Mein erster Einkauf in einem winzigen Supermarkt (immerhin mit Selbstbedienung) lief folgendermaßen ab. Ich stand eine halbe Stunde vor drei Regalen und wälzte in meinem Kopf die Frage, wovon sich die Koreaner ernähren. In einem Regal lagen nur Kekse. Im zweiten Regal nur Cracker und Chips. Im dritten standen Konservenbüchsen und massenweise Instantnudeln. In den Kühlschränken sah ich Wasser, Cola und Saft. Ganz überraschend gab es auch Milch. Dazwischen schlummerte ein trauriger Apfel in seinem Kälteschlaf.

Dementsprechend einseitig war meine Ernährung in der ersten Woche. Also ins Restaurant. Wenn man Glück hat, bekommt man eine Speisekarte mit Fotos. Da kann man erstmal sehen, was es so gibt und der Bedienung auch gleich zeigen, was man gern haben möchte. Ich weiß nicht, wieviel ich in der ersten Woche hier abgenommen habe, aber ich merke, daß meine Hose (trotz Gürtels) rutscht.

Einen Ausweg aus diesem Dilemma habe ich jetzt entdeckt und der heißt Homeplus. Es handelt sich um eine amerikanische Supermarktkette mit vielen Importwaren aus Europa (Cornflakes! Honig! Butter! Sixpack "Krombacher" für umgerechnet 12 Euro!). Natürlich sind die Preise zum Teil unverschämt hoch, aber man weiß wieder, was man sich zu essen kaufen kann. Die Ratlosigkeit hat ein Ende. Ein Nachteil ist, daß dieser Markt nicht in der Nähe meines Quartiers liegt und die schweren Einkäufe dann mit dem Taxi nach Hause transportiert werden müssen. Das hat dann allerdings angesichts günstiger Beförderungspreise schon wieder Stil.

Konsequenterweise sollte man den Konsum von "Westwaren" hier jedoch ganz aufgeben, um vollständig in die koreanische Gastronomie einzutauchen. Zwar behaupten viele, daß die koreanische Küche nicht besonders exotisch sei, andererseits gibt es eine Unmenge an Restaurants mit internationaler Küche, so daß man genug kulinarische Abwechslung hat.

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