8.10.06

Der Kimchi-Kühlschrank - Ein Segen der Moderne

Kimchi, jenes legendäre Kraut, ohne das die Koreaner schwerlich überleben könnten, das bei Tisch als Beilage zu fast allen Gerichten gereicht wird und dem oft sogar magische Heil- und Abwehrkräfte gegen Krebs nachgesagt werden, hat eine lange Herstellungsgeschichte.

Im Oktober begann man früher traditionellerweise Kimchi-Vorräte für den Winter anzulegen. Dazu benötigte man hohe Behälter aus gebranntem Ton, die eine Art Glasur erhielten, damit die aufbewahrten Lebensmittel nicht anfingen zu schimmeln (Bild unten, linke Seite). Der Kohl wurde klein geschnitten, in eine scharfe Sauce eingelegt und zum Teil mit anderen Gemüsesorten vermengt. Anschließend wurde alles mit Gewürzen abgeschmeckt. So ist es auch nicht verwunderlich, dass es in Korea viele regionale Kimchi-Sorten gibt, die alle ein bißchen anders schmecken, weil sie aus anderen Zutaten bestehen.

In der heutigen Zeit findet man dagegen kaum noch eine koreanische Hausfrau, die selbst Kimchi für den Winter zubereitet. Oft wird das fertige Produkt im Supermarkt gekauft. Zum einen ist es für die Großstädter ein Platzproblem (Wohin mit dem Behälter? Nicht alle Wohnungen haben einen Balkon). Zum anderen ist die ganze Vorbereitung und Herstellung des Kimchis zeitaufwändig und für eine moderne koreanische Kleinfamilie auch finanziell nicht günstiger, als wenn man das Endprodukt im Laden kauft.

Nichtsdestotrotz gibt es für diejenigen Kimchi-Liebhaber, die von dem selbstgemachten Kraut nie genug bekommen können, eine fortschrittliche Lösung für die heimische Küche: Den Kimchi-Kühlschrank. Dieses Wunderwerk moderner Haushaltstechnik (Bild unten, rechte Seite) verheißt eine unkomplizierte Zubereitung. Dabei werden die Zutaten in eine Art kleine Tupper-Dosen verpackt und anschließend aufs Knöpfchen gedrückt. Die Zutaten muss man zwar noch selbst schneiden, mischen und abschmecken. Der Reifeprozess wird allerdings von der Kühl-Maschine kontrolliert und gesteuert. Verschiedene Programme erlauben es, das Kimchi langsamer oder schneller reifen zu lassen und so Einfluss auf den Geschmack zu nehmen.

Gesehen im Korean Folk Village, Suwon.

4 Comments:

At 11/10/06 05:52, Anonymous Stefan S. said...

Hallo SCA,
Kimchi haben wir letztens auch in Berlin angeboten bekommen. Es hat sehr gut geschmeckt, scharf aber auch erfrischend. Das Bier danach floss flüssiger als sonst.
Kimchi muss man mal probiert haben.

 
At 11/10/06 23:03, Blogger sca said...

Vollste Zustimmung. Wobei die Koreaner sagen, dass das original koreanische Kimchi das beste auf der Welt sei.

 
At 14/10/06 06:27, Anonymous Anonym said...

War doch in Berlin auch original echt aus Korea, weeste doch. Ausser Blechbüchse, verpackt inner echt-original Korea-Tupperdose nach Deutschland geschmuggelt. CaRo

 
At 16/10/06 14:00, Blogger sca said...

Aus der BLECHBÜCHSE??? Das ist doch kein ECHTER Kimchi!

;-)))

 

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