13.10.06

Moderner Fremdsprachenunterricht - Die Basics

Ein paar Sätze, die Koreaner für ihren Deutschland-Aufenthalt unbedingt lernen sollten, um schnell nette Leute kennen zu lernen:
  • "In Korea passiert immer etwas. Immer!" Sprechsituation: Etwas Unvorstellbares ist gerade passiert. Ganz plötzlich. Ganz überraschend. Ganz unerwartet. Für einen Deutschland-Aufenthalt sollte man den Satz geografisch leicht abwandeln in: "In Deutschland passiert immer etwas. Immer!"
  • "Das weiß ich gaaar nicht." (Betonung auf dem langen "aaa") Sprechsituation: Hier gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder der Sprecher drückt aus, dass er wirklich absolut keine Ahnung hat. Oder er weiß schon etwas zu diesem Thema, will darüber aber aus unerfindlichen Gründen nicht reden. Das passende Video für das Aussprachetraining:
  • "Hm?" Sprechsituation: Auch wenn die Frage inhaltlich verstanden wurde, sollte man dieses kurze Geräusch möglichst oft einsetzen, um Zeit für die Formulierung der eigenen Antwort zu gewinnen.
  • "Das geht doch nicht." Sprechsituation: Das geht doch nun aber wirklich auf gaaar keinen Fall!!! In Franken (Nordbayern) sagt man: Des kannst net mache, weil des geht echt net. Das passende Video für das Aussprachetraining:

  • "Das ist typisch koreanisch. Ganz ganz typisch." Sprechsituation: Der Schlußsatz, wenn man zuvor über koreanische Eigenarten erzählt hat.
  • "Mainz? Wo liegt denn Mainz???" oder auch: "Bochum ist eine schöne Stadt." Sprechsituation: Wenn man eine Stadt in Deutschland nicht kennt (oder lieber nicht kennen lernen will), dann fragt man mit einem leicht angeekeltem Unterton in der Stimme, wo denn dieses lächerliche unbekannte "Nest" liegt. Ergänzung: Wenn man in Bochum promoviert hat, sollte man unbedingt auch ein bißchen Reklame dafür machen. Vielleicht gibt's ja Geld vom Bochumer Fremdenverkehrsamt.
  • "Bochum? Wo liegt denn Bochum???" (die Steigerungsfrage zu der Mainz-Frage) oder noch besser: "Meenz bleebt Meenz." Sprechsituation: Das Pendant zu obiger Frage - für den Fall, dass man in Mainz promoviert hat. Bochum-Bashing UND echtes sprachliches Lokalkolorit kunstvoll in wenigen Worten zusammenzufügen ist eine Fähigkeit, die nicht jeder Mensch hat - aber erlernbar ist. Für Koreaner, die in Berlin leben, empfiehlt sich der Satz: "Ick bin ain Balina." In Sachsen: "Sing, mei Sachse sing." In Bayern: "Joa, is denn hoit scho Weihnachten?" In Niedersachsen: "Hömma spozzfroind!" In Schleswig-Holstein: "Was dem ainän sain Kuddä, is däm annän sain Buddä." usw. usf. Einfach den Leuten auf der Straße etwas länger zuhören.
  • "Das ist egal." Sprechsituation: Du kannst mir erzählen, was du willst. Ich bin trotzdem nicht deiner Meinung, aber ich will auch nicht mit dir über dieses Thema ernsthaft weiter diskutieren.
  • "Ich hasse Alkohol. Deshalb muss ich ihn vernichten." Sprechsituation: In jeder Kneipe. Großes Finale. Die Lacher hat man sofort auf seiner Seite.

3 Comments:

At 13/10/06 23:25, Anonymous Anonym said...

Und wenn ich nun, sehr geehrter Herr Kollege im Osten, weder Spranz- noch Breitband habe, sondern nur ein 12k-Modem, wieviele Jahre soll ich dann ihrer wertgeschätzten Meinung nach UNGEFÄHR veranschlagen, um diese Videos herunterzuladen? Wa'??

 
At 14/10/06 05:58, Anonymous Anonym said...

Der neue Kofi ist ein Südkoreaner!!!
Jippie!

 
At 14/10/06 21:53, Blogger sca said...

Lieber Kollege im Westen, Sie verpassen nichts, wenn Sie sich die Videos nicht ansehen. Wie man "Das geht doch nicht" bzw. "Ich weiß es nicht" richtig ausspricht, dürfte für Sie kein Problem darstellen. Die Videos sind ja eigentlich nur für Deutschlerner gedacht. ;-)

 

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