6.2.07

Auf dem Fischmarkt in Oido

Auch das zweite Video, dass ich heute auf Seoul Power veröffentliche, ist schon im letzten Jahr entstanden. Zeit für den Videoschnitt hatte ich aber erst jetzt gefunden.

Der Fischmarkt in Oido war mein Ziel im vergangenen Herbst. Man benötigt knapp zwei Stunden mit der U-Bahn durch Seoul bis dorthin und muss mit dem Taxi noch eine kurze Strecke fahren.

Der Markt liegt direkt an einem Fluss. Man überquert eine schmale rostige Brücke und findet sich in einer einzigen großen Garküche wieder. Überall stehen Becken mit Fischen, Garnelen, Hummern und Tintenfischen herum, es dampft aus Kesseln, Marktfrauen preisen ihre Waren an. Bei einem ersten Gang durch die Markthallen weiß man gar nicht, wo man zuerst hinschauen soll. Auf der Mole sitzen Dutzende Koreaner dicht an dicht gedrängt auf dünnen Matten auf dem Betonboden. Es riecht nach Soju (koreanischer Schnaps), ein bisschen nach Meer und natürlich nach Fisch. Sehr beliebt ist bei vielen Koreanern der Verzehr von Rohfisch, d.h. der Fisch wird weder gebraten noch gekocht, sondern - wie der Name schon sagt - roh gegessen.

Den Fisch sucht man sich an einem der zahlreichen Stände aus. Günstig ist, wenn man einen orts- und fachkundigen Begleiter an seiner Seite hat, der sich mit dem Getier und den Marktpreisen auskennt. Die Fische werden von der Verkäuferin noch lebendig aus einem Becken geholt, von ihr vor den Augen der Kunden getötet, anschließend aufgeschnitten und ausgenommen. Wirklich beeindruckend ist die Geschwindigkeit und Präzision, mit der diese Frauen sich durch die manchmal noch zuckenden Fischkörper arbeiten. Es sind übrigens fast ausschließlich Frauen, die diese Arbeit tun; wahrscheinlich fahren ihre Männer hinaus aufs Meer zum Fischen. Jede Bewegung ihrer Hände sitzt, fast so, als würde man einem Kunsthandwerker bei seiner Arbeit zusehen. Der ganze Vorgang dauert ungefähr 5-10 Minuten.


8 Comments:

At 6/2/07 21:23, Blogger Song said...

The first photo is nicely taken:) Do you have more photos?

 
At 7/2/07 00:03, Blogger sca said...

Danke. Natürlich habe ich noch mehr, viel mehr. Aber keine Zeit, die alle zu veröffentlichen. Naja und die Qualität ist zum Teil auch nicht so gut.

 
At 7/2/07 00:28, Blogger Song said...

There's something I'd like to know: is the Swiss accent much different from the standard German language?

 
At 7/2/07 18:28, Blogger sca said...

Kurze Antwort: Ja!

(z.B. gibt es deutsche Untertitel bei Fernsehsendungen, die vom Schweizer Fernsehen übernommen werden)

 
At 7/2/07 19:09, Blogger Song said...

That means, even German do not understand Swiss accent?
I currently began to teach a Swiss businessman Korean, and I'm a bit confused how to teach him some certain pronunciations that are not easy for Westerners. I tried to compare some similiar sounds in English and German but it seemed that he doesn't really understand:(

 
At 7/2/07 23:50, Blogger sca said...

Ja, Deutsche verstehen das schon, aber man muss sehr genau zuhören, wenn ein Schweizer redet. Ich behaupte mal, dass Schweizer die Deutschen leichter verstehen, weil das Hochdeutsche (was auch die Ausländer lernen) am besten zu verstehen ist. Außerdem gibt es auch einen eigenen speziellen schweizerdeutschen Wortschatz, der vom deutschen zum Teil erheblich abweicht.

Schau dir mal in meiner Blogroll das Blog "Blogwiese" an (3. Position). Da schreibt ein Deutscher vor allem über diese sprachlichen Abweichungen, was sehr interessant ist.

Noch mehr Fragen? Skype mich an. Mein Name ist genau derselbe wie dieser Blogname. ;-)

 
At 8/2/07 10:04, Blogger Song said...

Thanks a lot for the informations:)

Unfortunately I don't know how to use Skype. How about MSN?

 
At 8/2/07 21:36, Blogger sca said...

MSN habe ich auch. Ich finde Skype übersichtlicher, nicht so verspielt und so umfangreich wie MSN. Reduziert auf das Wesentliche.

 

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