11.11.07

Viele Köche verderben das Kimchi

Die Marketing-Abteilung von "NANTA - Cookin' Theatre" hatte solide Arbeit geleistet. Zehn Jahre läuft "NANTA" ohne Unterbrechung und war sogar weltweit auf Tournee in verschiedensten Ländern. Vor einigen Wochen wurde ich wieder aufmerksam auf das Programm und verschenkte eine Karte. Als Begleitperson des Geburtstagskinds, dem ich die Karte für dieses Spektakel (in nicht ganz uneigennütziger Absicht) geschenkt hatte, besuchte ich letzte Woche die Theatervorstellung. Entdeckt hatte ich die Werbung für diese Kochshow schon öfter in den Broschüren und Heften, die an der Touristeninformation ausliegen.

Spontan sollte man allerdings nicht losziehen, um sich das Stück um vier herumalbernde Köche und einen gestrengen Manager anzuschauen, denn besonders die Abend- und Wochenendvorstellungen sind zum Teil weit im voraus ausverkauft. Die Frau, die ich beim telefonischen Kartenservice erreichte, sprach zum Glück englisch und ich kam unkompliziert an meine Karten.

Die Geschichte des Stücks ist schnell erzählt: Drei Köche arbeiten in einer Restaurantküche in schöner Eintracht zusammen bis eines Tages der Manager seinen jungen Neffen mitbringt, der vom Kochen keine Ahnung hat, aber trotzdem eingestellt wird und durch seine Unbeholfenheit das Personal durcheinanderbringt. Hinzu kommt der Auftrag des Managers, der von der Belegschaft verlangt, dass ein Hochzeitsessen innerhalb kürzester Zeit vorzubereiten ist. Nun stehen alle Zeichen auf Sturm. In wahnwitzigem Tempo wird Gemüse geschnippelt, auf Küchenutensilien getrommelt, getanzt, jongliert, dass man als Zuschauer gar nicht bemerkt, wie schnell zwei Stunden vergangen sind. Da die Darsteller kaum sprechen und mehr Wert auf Pantomime gelegt wird, kommt man auch als Sprachunkundiger voll auf seine Kosten, denn man kann sich auf das Geschehen konzentrieren.

Die Show ist kurzweilig, temporeich und bezieht an verschiedenen Stellen auch die Zuschauer mit ein. Uns hat es gefallen, wenn auch die Kartenpreise ziemlich happig waren, die aber für ein Privattheater in Korea anscheinend noch im grünen Bereich lagen. Nachdem der letzte Applaus verklungen war, gingen sofort die Lichter an. Es blieb keine Zeit für eine kurze Zugabe, "standing ovations", aber dafür versammelte sich das Kochteam noch einmal im Foyer des Theaters zum Autogramm- und Fototermin.

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