30.3.08

Steven & Stephen

Lange hatte ich auf die Taschenbuchausgabe von Steven D. Levitts und Stephen J. Dubners "Freakonomics" gewartet und nachdem ich es jetzt ausgelesen habe, warte ich schon auf die nächste Veröffentlichung der beiden Autoren.

Der Buchtitel setzt sich aus den Wörtern "Freak" und "Economics" zusammen und nimmt die ungewöhnliche Betrachtung von wirtschaftswissenschaftlichen Daten vorweg. Man findet darin einige erhellende Geschichten darüber, wie Wirtschaft funktioniert. Nicht als Abfolge von trockenen Statistiken und Kurvendiagrammen, sondern als Sammelsurium von Anekdoten, die auch Leser ansprechen, die nicht BWL oder VWL studiert haben und in der Zeitung immer den Wirtschaftsteil überblättern. Mir leuchteten die Erklärungen ein, warum japanische Sumo-Ringer betrügen und die Kriminalität in Amerika in den 90er Jahren signifikant gesunken ist. Interessant ist die Antwort auf die Frage, ob Vornamen einen Einfluss auf Karriere, Finanzen und Bildung eines Menschen haben. Es macht Spaß, sich beim Lesen der Fragestellung und Einführung in die Thematik eine mögliche Lösung auszumalen. Für mich hat "Freakonomics" gezeigt, dass es sich lohnt, um die Ecke zu denken und die erstbeste Lösung nicht immer die richtige ist. Es ist ein inspirierendes Buch, dass den Leser zum Nachdenken bringt.

Ein großes Lob gebührt den beiden Autoren: Levitt hat das selten anzutreffende Talent, wissenschaftliche Fakten aus einer ganz anderen Perspektive zu betrachten und kommt dabei zu überraschenden Schlussfolgerungen. Da bleibt Kollegenschelte nicht aus. Zu unkonventionell und ungewöhnlich ist die Herangehensweise Levitts.

Einige Kritiker meinten, dass das Buch keine Struktur besitzt, keine Thesen anbietet und weder allgemeingültige Lösungen oder eine vernünftige Zusammenfassung hat. Wer das Buch als wirtschaftswissenschaftliches Lehrwerk liest, hat das Prinzip von "Freakonomics" nicht verstanden. Meiner Meinung geht es um eine neue Sicht auf bekannte Dinge. Die Daten werden in anderen Zusammenhängen behandelt. Bislang gültige Erklärungen werden hinterfragt und auf ihre Gültigkeit neu überprüft. Es ist also eher eine Sammlung von Kolumnen zu sehr unterschiedlichen Themen, die nicht unbedingt etwas miteinander zu tun haben.

Freakonomics war als Buch übrigens so erfolgreich, dass es seit einigen Jahren schon ein Autoren-Blog gibt.

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