8.4.08

Vom Krieg

Ein Familienschicksal aus der Zeit des 2. Weltkriegs erzählt Volker Braun in einem schmalen Bändchen namens "Das Mittagsmahl". Aus der Kind-Perspektive durchlebt er seine eigene Biographie noch einmal. Die Idylle zwischen Mutter, Vatern, seinen älteren Brüdern und ihm erfährt eine jähe Wendung, als der Krieg ausbricht und der Vater zur Wehrmacht eingezogen wird.

Volker Braun, der mehr Dichter als Romancier ist, gelingen sehr starke beeindruckende Momentaufnahmen, wenn er beschreibt, wie die Mutter mit Gewalt versucht, den Vater von der Rückkehr zu seinem Frontabschnitt abhalten will und alles in einem wilden Knäuel auf dem Fußboden endet. Die Sprache eines Lyrikers ist sehr genau, dicht dran am Geschehen. Er verbietet sich ausschweifende Landschaftsmalereien, wie ich es gerade bei Nicholas Evans Roman "Wenn der Himmel sich teilt" erlebe. Die Stärke Brauns ist der kurze Bleistiftstrich, die Andeutung, die alles verrät und sichtbar macht, ohne ins Pathetische oder Schwülstige abzugleiten.

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