26.5.08

Nass-Forscher Buchtipp

Eigentlich handelt es sich bei "Nachrichten aus einem unbekannten Universum" um ein Abfallprodukt. Denn kaum waren die guten Verkaufszahlen von Frank Schätzings Bestseller-Roman "Der Schwarm" bekanntgegeben worden, dachten ein paar Leute aus der Verlagsbranche schon an ein neues Buch, um an diesen Erfolg anzuknüpfen. Ursprünglich sollte Schätzing eine Mini-Serie über die Erforschung der Ozeane schreiben, denn seine aufwändige Vorarbeit und die Recherchen für "Der Schwarm" sollten schließlich nicht umsonsts gewesen sein. Schnell zeichnete sich aber aufgrund der angesammelten Materialfülle ab, dass sich damit ein ganzes Sachbuch füllen ließe.

"Nachrichten aus einem unbekannten Universum" taucht in die Tiefen der Ozeane ein. Im ersten Teil wird die Geschichte der Entstehung der Ozeane und Kontinente und der unterschiedlichsten Lebensformen erzählt. Daran schließt sich im zweiten Teil eine Bestandsaufnahme der Meere und Gewässer auf unserem Planeten an. Dabei stimmt der Autor Frank Schätzing nur stellenweise in das allseits bekannte Wehklagen und Herumjammern über die zerstörerische Umweltverschmutzung durch den Menschen mit ein. Er differenziert stärker und betont die Chancen, die uns die Meeres-Ressourcen noch bieten. Sehr interessant sind seine Erläuterungen zu medizinischen Wirkstoffen gegen Krebs, die aus Meerestieren gewonnen werden und die Möglichkeiten zur kostengünstigen Stromerzeugung mit Hilfe von Wellen- oder Strömungskraftwerken, um nur zwei Beispiele aus der großen Ideenkiste der Forscher und Entwickler zu nennen.

Am Ende des Buches wird ein Ausblick in die Zukunft der Meere gewagt. Spekulativ, aber durchaus eine Überlegung wert, ist die Feststellung, dass die Lebewesen sich im Laufe der Evolution (Mutation und Selektion) aus dem Wasser aufs Festland wagten, aber sich dieser Prozess umkehren könnte, wenn das Festland wegen der Umweltzerstörung nicht mehr bewohnbar ist und sich deswegen alle Lebensformen in den Schutz der Tiefen zurückziehen.

Der Schreibstil von Frank Schätzing hat in Deutschland Seltenheitswert. Ihm gelingt es, Faktenwissen mit Sprachwitz zu kombinieren und erreicht damit ein breites Publikum, dass sich für populärwissenschaftliche Themen interessiert und dabei auch noch gut unterhalten fühlt.

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