12.10.08

Die Klatsch-Flak

Erste Oktoberhälfte an der temperaturmäßig milden Ostfront, aber der Feind hat sein Pulver noch nicht verschossen, sondern stößt besonders eifrig in immer neuen Angriffsformationen auf uns nieder. Arg- und ahnungslos liegen wir auf unseren Feldbetten und schlummern den Schlaf der Gerechten. Zwischen 2 und 4 Uhr, also in der Tiefschlafphase, sind die Plagegeister meistens da.

Erst hört man nur ein fernes Summen, das langsam näher kommt und an den Ohren vorbeistreicht. Dann wird dieses Geräusch intensiver. Schlaftrunken setzt man die Abwehr in Gang: Die Scheinwerfer werden angeknipst und der Bett-Himmel nach den Eindringlingen abgesucht. Das chemische Gegenmittel wird präpariert ("Autan" für die Haut). Ein weiteres Mittelchen wird in Tablettenform in den südkoreanischen Erhitzer geschoben, der die Umgebungsluft mit einer "penetrant-zitronigen Duftnote" (Zitat meiner Expertin für binäre Kampfstoffe) einnebelt und einen halbwegs sicheren Schutz bietet. Dennoch sind wir in der Nacht dem heranfliegenden Feind oft unterlegen und müssen am nächsten Morgen unsere juckenden Einstiche kühlen.

Als unschlagbar hat sich allerdings unsere Klatsch-Flak erwiesen. In den frühen Abendstunden, wenn die Flugstaffeln ihre Runden drehen, um sich schon mal für ihre nächtlichen Einsätze warmzufliegen, rücken wir mit bloßen Händen an, um ein furchtbares Gemetzel anzurichten. Am Freitag klatschte die Obergefreite M.R. viermal erfolgreich in die Hände und machte den Feind innerhalb einer Stunde platt. Ich dezimierte erfolgreich zwei weitere Mücken. Ein Ende der Kampfhandlungen ist aber bis auf weiteres nicht abzusehen.

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1 Comments:

At 28/10/08 19:24, Anonymous Anonym said...

Na, da muss der Weihnachtsmann wohl ein Autan-Paket schenken.
Gute Ratschläge:
1.weiße Flagge hissen
2.Fenster schließen
3.Suchscheinwerfer löschen
4.Moskitonetz auswerfen
5.Fenster öffnen

A*P

 

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