3.12.07

„bei der Übersetzung verloren gegangen“

Es gibt nicht viele Filme, die mit den Unterschieden zweier unterschiedlicher Kulturen komisch umzugehen verstehen. "Lost in translation", den ich jüngst zum zweiten Mal sah, gehört unbedingt dazu. Es ist eine Liebesgeschichte. Es ist ein Märchen. Der Film spielt mit den Klischees, die man als Mensch aus der westlichen Hemisphäre gegenüber den Menschen der östlichen Hemisphäre so hat und baut doch gleichsam seine Figuren etwas klischeehaft zusammen: Gebrochene einsame Herzen, die in der Fremde zueinander finden.

Ich will weiter keine Inhaltsangaben machen und auch die Schauspieler nicht über den grünen Klee loben (auch wenn sie es verdient hätten und Bill Murray wohl nie wieder so gut sein wird, wie in diesem Film). Es lohnt sich, "Lost in translation" anzusehen und zwar aus mehreren Gründen. Wer die Absicht hat, für längere Zeit in einem ostasiatischen Land zu leben, zu reisen, zu arbeiten, der sollte meiner Meinung nach diesen Film zur Vorbereitung gesehen haben, um einen Eindruck zu bekommen, wie die Menschen hier "ticken".

Was ich beim ersten Sehen (2004? 2005?) noch nicht verstand, weil der konkrete Bezug zur Mentalität eben fehlte, habe ich jetzt nach zwei Jahren Aufenthalt in Korea mit ganz anderen Augen gesehen und lachte an Stellen, wo ich es nicht erwartet hatte.

Trotz aller Widrigkeiten, die oft mit Sarkasmus und Situationskomik quittiert werden, erzählt die Regisseurin Sofia Coppola eine sehr feingesponnene Liebesgeschichte, die in der folgenden Schlüsselszene in einem Karaoke-Zimmer, ganz langsam in Gang kommt. Man achte nur mal auf die Augen der Schauspieler der beiden Hauptdarsteller.



Und hier das musikalische Original:


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